Der Beitrag von Frank Borowski in der „Low Beats“ ist schon ein wenig her aber natürlich ist das Thema immer noch aktuell. Kleinigkeiten übersieht man manchmal und in der Urlaubszeit kann auch mal etwas unter den Tisch fallen. Wie entschuldigen uns höflich und bitten um volle Konzentration für die folgenden Zeilen:

„High-End-HiFi erfüllt einige Klischees. Die meisten Menschen verbinden damit teure, schwere und große Komponenten. Was definitiv nicht einfach so aus der Luft gegriffen ist. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Eine Speziallösung namens Essential Audio Tools „Myni“ soll saubere Stromversorgung von A/V-Komponenten auch unter beengten Verhältnissen ermöglichen. Sinnvoll oder zu kompromissbehaftet?

Wer eine hochklassige Audiokette auf beengtem Raum realisieren will (etwa am Desktop), oder die Verkabelung möglichst unauffällig und platzsparend halten möchte, muss nicht selten schon bei der Stromversorgung große Kompromisse eingehen. Netzverteiler aus dem High-End-Sektor sind in aller Regel mit absurd pompösen Gehäusen ausgestattet, die sich kaum hinter einem Schreibtisch oder einem Lowboard beim TV unterbringen lassen. Am liebsten sollen die Netzleisten samt schlauchdicken Kabeln noch auf ein Extra-Entkopplungsboard mitten in den Raum gestellt werden, damit auch jeder Besucher gleich sehen kann, wie ernst man das Hobby nimmt.

Der Hersteller Essential Audio Tools (kurz EAT) ist auch so ein Kandidat, der mit ausladenden Stromverteilern sein Business macht. Doch offenbar hat man bei EAT erkannt, dass manchmal auch Minimalismus gefragt ist. So bieten die in den Niederlanden ansässigen Strom-Spezialisten mit dem Myni Mains Multiplier einen Vierfach-Stromverteiler mit High-End-Anspruch an, der kompakter kaum sein könnte. Seine Maße: gerade mal 183 (L) x 54 (B) x 43 (H) mm.

Die wie ein Faraday’scher Käfig mit einem inneren Kupfermantel und sternförmiger Innenverkabelung aufgebaute Myni verspricht optimale Abschirmung und auf ein Minimum reduzierte Kabelwege. Mit der „Pulse Protector“ Überstromschutzschaltung und einer weiteren zentralen Schmelzsicherung kann den angeschlossenen Komponenten nichts passieren, selbst wenn es im Stromnetz aufgrund widriger Umwelteinflüsse einmal hoch hergehen sollte.

Der Trick dabei: Statt Schuko-Steckdosen finden sich im Myni IEC-Kaltgeräte-Kupplungen (IEC C13). Warum ist da eigentlich vorher keiner drauf gekommen? Der Nachteil dieser Lösung liegt natürlich auf der Hand, denn normale Stromkabel mit Schuko-Stecker lassen sich daran nicht anschließen. Es werden speziell konfektionierte Adapterkabel benötigt, die auf einer Seite den üblichen IEC13 Stecker zur Verbindung mit dem Gerät haben und auf der Stromseite einen IEC14 Stecker zum Anschluss an die Myni.

Das macht den EAT Myni zu einer sehr speziellen Lösung. Immerhin gehören zur Basisausstattung für 499 Euro auch drei passende EAT Stromkabel: ein 1,5 Meter langes ‚Current Conductor S‘ Kabel zur Stromversorgung des Myni selbst, sowie zwei ‚Myni Conductor IEC‘ Kabel zur Verbindung zu den Geräten mit Längen von 50 beziehungsweise 75 Zentimeter. Das dürfte in vielen Fällen für eine Installation hinter dem Schreibtisch oder der TV-Anrichte sehr gut passen.

Neben der Myni gibt es von Essential Audio Tools auch noch andere praktische Problemlöser für die Stromversorgung. Beispielsweise Kabelpeitschen mit einem Schuko-Stecker und auf der anderen Seite drei Kaltgeräteanschlüssen (Modell EAT CS-LB150). Das mag unter kompromisslosen Audiophilen Naserümpfen auslösen, doch ich finde es aller Ehren wert, dass sich jemand auch mal über platzsparende Lösungen mit höherem Klanganspruch Gedanken macht.“

Die Myni Netzleiste im Shop: https://www.audiolust.de/zubehoer/netzleisten-filter/essential-audiotools/7462/eat-myni